Collegial Counseling
- saegesserclaudia
- 30. März 2023
- 2 Min. Lesezeit
Im Hinblick auf unsere Master Thesis hatten wir einen Workshop, bei dem wir Collegial counseling ausprobiert haben. Das Beste daran ist, dass das Ganze sehr strukturiert abläuft und damit lange und oftmals nicht zielführende Dikussionen vermieden werden können. In diesem Beitrag erfährst du, wie du die Methode umsetzt.

Bild: Unsplash
Die Methode ist ideal, um akademische Themen wie eben beispielsweise eine Bachelor- oder Master-Thesis zu besprechen. Sie eignet sich aber beispielsweise auch, um Projektideen im Job mit Kolleg:innen zu besprechen und neue Inputs und Sichtweisen auf eine Herausforderungen zu erhalten.
Das Collegial Counseling - auf Deutsch die kollegiale (Fall-) Beratung ist eine wechselseitige Gruppenreflexion ohne formale Leitung. Die Idee dahinter ist, dass alle Beteiligten ihr Fachwissen einbringen und eine Diskussion auf Augenhöhe stattfinden kann. Weitere Informationen dazu findest du hier.
So wird's gemacht
Ideal für diese Methode ist es, wenn mindestens fünf Personen teilnehmen. Vier sind das absolute Minimum, nach oben ist die Anzahl offen (wobei es mit zu vielen Leuten auch etwas mühsam werden kann). Folgende Rollen braucht es:
1 Case Bringer, stellt den Fall vor
1 Facilitator, moderiert und behält die Zeit im Blick
1 Protokollführer:in, hält alles für den Case Bringer fest
1 oder mehr Beratende, stellen Fragen und diskutiert (hiervon braucht es mindesten eine Person, es können aber auch mehr sein)
Phase 1: Fallvorstellung (5-10 Minuten)
Case Bringer: Stellt den Fall / das Projekt vor
Alle: Stellen klärende Fragen
Facilitator: Leitet die Diksussion und achtet darauf, dass nicht bereits Lösungen
diskutiert werden
Phase 2: Hypothesen definieren (5-10 Minuten)
Case Bringer: Hört erstmal nur zu. Darf zum Schluss dieser Phase anmerken, was ihm/ihr
besonders aufgefallen ist. Kann möglicherweise seine Hypothese neu
formulieren.
Alle anderen: Diskutieren den Case (ohne zu beurteilen) und formulieren Hypothesen.
Phase 3: Konsultation: Diskussion der Herangehensweise (15-20 Minuten) Case Bringer: Hört nur zu, lässt die anderen diskutieren.*
Alle anderen: Diskutieren folgende Fragen:
Welche Methoden/Techniken/Lösungsmöglichkeiten bieten sich weiter an?
Was sollte speziell beachtet werden?
Welche Stolpersteine gibt es?
Wie kann Erfolg gemessen werden?
Wo gibt es hilfreiche Informationen/Literatur zum Thema?
Konklusion und Ende (5-10 Minuten)
Der Case Bringer erhält das Protokoll und erläutert der Gruppe, was er/sie davon mitnimmt.
Einige praktische Hinweise:
*Erfahrungsgemäss macht es Sinn, wenn der Case Bringer sich hier zurückhält. Bei komplexen Fragestellungen macht es aber dennoch Sinn, wenn die Person korrigierende eingreifen darf und wichtige Informationen teilen kann. Denn sonst kann es passieren, dass das Berater-Team in eine völlig falsche Richtung denkt oder Methoden empfiehlt, die möglicherweise bereits umgesetzt wurden.
Wir fanden die Methode hilfreich, das sehr aktive Zuhören, Mitschreiben und Mitdenken ist aber ziemlich anstrengend. Idealerweise plant man sich zwischen mehreren Sessions ordentliche Pausen ein.
Probier's aus, viel Erfolg!
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